Städtetour nach Budapest

Joh napot und Wißontlahtahschra Budapest

Buda und Pest, Maria und Josef, der heilige Stefan und die selige Gisela

Der Jossef, so die Originalaussprache von Maria Miskovics, unserer Stadtführerin in Budapest, hatte wieder eine gut gelungene Städtereise organisiert. 41 Teilnehmende, teilweise auch nur teilweise teilnehmend, haben die vier Tage genossen, obwohl es uns manchmal gefroren hat, und das, wo doch „Buda“ für Ofen steht, seltsam irgendwie.
Zwei halbe Tage sind wir mit dem österreichischen Railjet gefahren, ja fast geflogen, und zweieinhalb Tage sind wir durch Budapest getourt und getippelt, weil auf den Beinen waren wir ständig: Burgviertel und Gellertberg, Einkaufsstraße und Markthallen, Heldenplatz und Stadtwäldchen, Stefansbasilika und Parlament, Ruinen-Kneipe und Rock-Cafe, einige haben sich sogar die berühmte Synagoge angetan. Die Besichtigung der Unicum-Fabrik haben wir uns allerdings gespart, da haben wir dieses Gebräu lieber getrunken; naja lieber, aber halt doch, schon aus kulturellen und kulinarischen Fortbildungsgründen.
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Und da sind die Helden, zwar nicht auf dem Heldenplatz, aber auf dem waren wir auch.
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Der Jossef mit seinen zwei Mariechen
Als Beweis für den Ausspruch „Reisen bildet“:
Kaum angekommen hieß es Joh napot in Budapest, also Guten Tag.
Wißontlahtahschra Budapest (nein das ist keine Ansammlung von Tippfehlern und der Autor ist auch nicht auf der Tastatur eingeschlafen), Wiedersehen auf ungarisch heißt so.
Und Egészségedre sollte man auch schon beim ersten Anstoßen sagen, beim letzten Glas wird es echt schwierig mit der Aussprache.
Was haben wir noch gelernt? Dass man im Mazel tov - das ist jiddisch und heißt so viel wie „viel Glück“ - wirklich viel Glück haben muss, um hineingelassen zu werden, und dass es Lokale gibt, deren Namen man weder vor noch nach dem Besuch aussprechen kann und bei denen man sagen würde, „ja Grüß dich altes Haus“, aber nicht, weil man ein alter Bekannter ist, sondern weil dieses Haus wirklich so alt und baufällig ist, dann man es schier nicht für möglich halten sollte, dass man es ohne gelben Schutzhelm betreten darf und dass da auch noch ein brechend voller Partybetrieb abgeht.
Und dann kamen die höheren kulturellen und bildungsbürgerlichen Weihen. Unsere Stadtführerin hat uns so oft vom König vom Ungarn, vom heiligen Stefan, erzählt, dass unser Stefan von der „Griminalbolisei“ sich schon richtig prominent vorkam. Und sie hat nicht minder oft von der seligen Gisela gesprochen, so dass sich unsere Gisela schon wie kurz vor der Heiligsprechung vorgekommen sein muss.
Und noch zwei Dinge gab es zu lernen: Manchmal muss man den Suchtrupp für eine verlorene Person selber suchen, nähere Informationen zu den diversen Routen geben die Brenners. Und sicher werden wir – egal wo wir künftig gemeinsam dinieren und egal wie viele wir sind und egal was wir alle gegessen und getrunken haben, sicher werden wir immer nur tischweise zahlen, weil einfacher, unkomplizierter und vor allem auch schneller geht es wirklich nicht; für diese Erkenntnis mussten wir erst nach Budapest fahren. Man sieht: Reisen bildet.

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